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Presseartikel

Peiner Allgemeine Zeitung: Urinprobe: Schmerzfrei und aufschlussreich
     
Urinprobe: Schmerzfrei und aufschlussreich
Früherkennung von Nierenerkrankungen mittels Eiweißanalyse: DiaPat forscht gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule

(Tanja Wosnitza und Monika Keil)

Im Urin die ersten Spuren einer Nierenerkrankung feststellen; das soll mit einem Test möglich sein, den ein Forscherteam der Firma DiaPat aus Hannover in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover entwickelt. Mittels einer Eiweißanalyse sollen Erkrankungen bereits im Frühstadium erkannt werden. Diesen Test stellte Stefan Wittke, Wissenschaftler der DiaPat, im Kreismuseum anlässlich der Ausstellung „Der aufgeklärte Patient“ vor.

Wer an einer Glomerulonephritis (Entzündung der Nieren) leidet, muss sich in der Regel einer Nieren-Biopsie unterziehen. Bei solch einer Biopsie werden Gewebeproben mit einer Nadel entnommen – ein unangenehmer Eingriff. Nicht immer wird krankhaftes Gewebe erreicht und leider verläuft eine Glomerulonephritis manchmal „stumm“, das heißt nahezu symptomfrei. Dann erfolgt die Diagnose erst weit nach dem Ausbruch der Krankheit. Der neuartige Urintist ermögliche eine frühzeitige Erkennung von Nierenerkrankungen aus einer Urinprobe (Erkennungsrate über 90 Prozent).

Der Test sei für die Patienten leicht durchführbar. „Einen Becher für Urinproben haben die meisten Menschen bereits beim Arzt verwendet. Es kommt also nichts Neues auf sie zu“, erklärt Wittke. Die in der Probe enthaltenen Proteine werden im Zentrallabor in Hannover in einem speziellen Verfahren getrennt und mit einem Massenspektrometer detektiert. Mittlerweile wurden nach Wittkes Angaben fast 10 000 Patienten untersucht und es konnten für verschiedene Krankheiten charakteristische Urinmuster entwickelt werden.

Das individuelle Bild jedes Patienten wird dann mit dieser Vorlage verglichen. An Abweichungen könne der Arzt die Erkrankung des Patienten feststellen. Selbst sehr frühe Anzeichen einer Krankheit ließen sich auf diesem Wege ermitteln. Aber der Test funktioniert nicht nur bei Nierenerkrankungen – „auch Prostata- und Blasenkrebs sowie koronare Herzerkrankungen können so nachgewiesen werden“, berichtet Wittke.

 

Erstellt 24/07/2007 von Redakteur