Presseartikel
Neue Presse: Nierenexperte aus Hannover unterstützt Klasnic
BREMEN. Hätten die Vereinsärzte von Werder frühzeitig erkennen müssen, dass der damalige Bremer Stürmer Ivan Klasnic Nierenprobleme hat?
Um diese Frage dreht sich der Zivilprozess am Landgericht Bremen, bei dem Klasnic gestern einen Vergleichsvorschlag des Gerichts zurückwies. Mehr als 350 000 Euro sollte der 29 Jährige bekommen, er besteht jedoch auf Schmerzensgeld und Ersatz für entgangenen Gewinn in einer Gesamthöhe von 1,1 Millionen Euro. „Mir geht es um Gerechtigkeit", sagte der Stürmer des FC Nantes.
Professor Harald Mischak von der MHH, Experte für Nierenerkrankungen, gibt Klasnic in einem wichtigen Punkt Recht. Grundsätzlich, so Mischak, „kann man so einen Schaden in der Frühphase erkennen". Das gelte sowohl für chronische als auch für akute Fälle: „Man kann das erkennen und zumindest therapieren." Mischak hat federführend ein Verfahren entwickelt, mit dem sich über eine Urinprobe etliche Erkrankungen bereits Jahre vor den ersten Symptomen aufspüren lassen. Damit hätte sich der dramatische Verlauf von Klasnics Erkrankung mutmaßlich entschärfen lassen. Erst nach der zweiten Transplantation konnte der Profi gerettet werden.
